Anwendungsgebiete von Melkfett in der Kosmetik

Melkfett findet in der Kosmetik viele Anwendungsbereiche, darunter die folgenden, die darunter ausführlich behandelt werden:

Melkfett als Sonnenschutz

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Melkfett als Sonnenschutz
Melkfett bietet einen geringen Sonnenschutz. Zusätzlicher UV-Schutz ist aber empfehlenswert

Wohl jeder kennt Melkfett. Die sehr fettreiche Salbe kommt in vielen Produkten des täglichen Bedarfs zum Einsatz, wie zum Beispiel in Schuhcremes, Knetgummi, Kerzen, Autoreifen usw. Als pflegende Creme, die sowohl

  • vor Kälte schützt,
  • trockene Haut zart und geschmeidig macht
  • und sogar starke Hornhaut einfach aufweicht, wird sie häufig genutzt.

Inhaltsstoffe von Melkfett

Das Melkfett, das früher in der Milchwirtschaft verwendet wurde, bestand aus Paraffin, einem Produkt bei der Erdölgewinnung. Dieses frühere Melkfett war für die Anwendung beim Menschen aber nicht geeignet, da es sehr viele Schadstoffe enthielt. Es diente ausschließlich als Wundschutz beim Milchvieh. Die Weiterentwicklung der Inhaltsstoffe ermöglichte dann auch eine Anwendung im Humanbereich. Die Kosmetikindustrie nutzte die feinere Variante des Melkfetts – die Vaseline ­–, um eine pflegende Creme zu entwickeln. Diese auf Vaseline basierende Salbe besteht genau wie Paraffin aus Kohlenwasserstoffen, hat aber einen niedrigeren Schmelzpunkt und lässt sich aufgrund der leichteren Struktur einfacher auf der Haut verteilen. Weitere Zusatzstoffe sind pflegende Öle und Wachse, welche die Haut zusätzlich geschmeidig und zart erscheinen lassen.

Wie hoch ist der Sonnenschutz von Melkfett?

Außer der pflegenden Eigenschaften bietet Melkfett auch noch einen geringen Sonnenschutz, der allerdings den Faktor 6 nicht überschreitet. Dieser niedrige Schutz ist für die meisten Einsatzgebiete von Melkfett viel zu gering, sodass ein zusätzlicher UV-Schutz anzuraten ist. Melkfett sollte auch nicht als alltägliches Sonnenschutzmittel genutzt werden. Der hohe Fettgehalt der Creme verstopft bei unsachgemäßer Anwendung die Poren und führt dann zu Pickeln und geröteter, entzündeter Haut. Melkfett darf auch nicht länger als ein paar Stunden auf der Haut verbleiben und muss spätestens am Abend wieder gründlich entfernt werden. Um einer Hautreizung vorzubeugen, sollte Melkfett auch nur höchstens ein Mal pro Woche angewendet werden.

Fazit

Melkfett ist sehr gut geeignet, um die Haut vor kurzzeitigen extremen Belastungen wie Kälte oder auch ätzenden Flüssigkeiten wie Kot oder Urin zu schützen und um trockene Haut geschmeidig zu machen; als alleiniger Sonnenschutz ist Melkfett aber nicht ausreichend und sollte dementsprechend mit einem Mittel, das über einen höheren UV-Filter verfügt, kombiniert werden.

Melkfett bei Neurodermitis

Melkfett bei Neurodermitis
Melkfett eignet sich zur Anwendung bei Neurodermits, da es kaum allergisches Potential bietet

Die fettreiche Creme wurde früher hauptsächlich auf dem Bauernhof verwendet, um die Zitzen der Milchtiere vor Entzündungen zu schützen. Melkfett bestand damals fast nur aus Paraffin, ohne Zusatz irgendwelcher anderer pflegender Ingredienzien und enthielt außerdem Schadstoffe wie Pestizide oder ähnliches – war also für die Anwendung beim Menschen nicht geeignet. Seit ein paar Jahren ist auch kosmetisches Melkfett im Handel erhältlich, das speziell für die Bedürfnisse problematischer Haut konzipiert wurde. So besteht das moderne Melkfett größtenteils aus Vaseline, das bei der weiteren Verarbeitung von Paraffin entsteht und in verschiedenen Qualitäten erhältlich ist. Dieser Grundsubstanz werden noch weitere Pflegende Öle und Wachse, wie zum Beispiel Calendula, Bienenwachs und Sojaöl sowie verschiedene Duftstoffe beigemischt, um die heilende Wirkung von Melkfett zu optimieren.

Neurodermitis und dessen Ursachen

Das so genannte atopische Ekzem ist eine chronische, nicht infektiöse Hauterkrankung, die verschiedene Ursachen haben kann. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff „Neurodermitis“ für die Erkrankung verwandt, da man als primären Grund für die auffälligen Haut-Symptome (rot, nässend, schuppig) eine Nervenentzündung vermutete. Diese These konnte allerdings nicht bestätigt werden; heutzutage spricht man von einem atopischen Ekzem, also einer entzündlichen Hautveränderung. Neurodermitis ist eine multifaktorielle Krankheit, das heißt, es treffen mehrere unterschiedliche Faktoren zusammen, welche die Entstehung dieser Krankheit forcieren. Genetische Gründe spielen eine große Rolle, genau wie eine einseitige oder fehlerhafte Ernährung. Ebenso werden ungünstige Umweltfaktoren, Allergien gegenüber bestimmten  Nahrungsmitteln oder Dingen, mit denen man sonst konfrontiert wird (zum Beispiel Duftstoffe in Waschmitteln), für die Entstehung des atopischen Ekzems verantwortlich gemacht. Aber natürlich spielt auch die seelische Verfassung eine Rolle, nur nicht als alleinige Ursache.

Nur bedingte Eignung von Melkfett bei Neurodermitis

Das kosmetische Melkfett enthält neben Vaseline noch andere pflegende Inhaltsstoffe wie

  • Calendula,
  • Sojaöl,
  • Bienenwachs
  • und Duftstoffe,

scheint also auf den ersten Blick gut zur Behandlung entzündlicher Haut geeignet zu sein. Da die Haut des Neurodermitikers ein starkes allergisches Potenzial gegenüber verschiedenen Stoffen (Soja, Bienen, Düfte etc.) aufweist, ist reines Melkfett nur bedingt zur Pflege der entzündlichen Stellen geeignet, da sich die Symptome von Neurodermitis durch eine Verstopfung der Haut verschlimmern könnten.

Melkfett als Hautschutz

Melkfett als Hautschutz
Melkfett bildet einen isolierenden Film auf der Haut, der die Haut vor dem Austrocknen bewahrt

Die sehr fettreiche Creme auf Paraffinbasis wurde früher auf dem Bauernhof verwendet, um die Melkstutzen von Kühen, Schafen und Ziegen bei der Milchgewinnung vor Entzündungen zu schützen. Das Ur-Melkfett war nur für die Nutzung beim Tier geeignet, denn es befanden sich allerhand schädliche Stoffe, wie etwa Pestizide, in der Salbe. Die Kosmetikindustrie hat die Inhaltsstoffe des Melkfetts fast vollständig novelliert, um die pflegenden Eigenschaften der Salbe auch für den Menschen zu nutzen. Anstelle des Paraffins wurde nun weiße Vaseline verwendet. Vaseline entsteht bei der Weiterverarbeitung von Paraffin, wobei die weiße Variante die reinere, schadstofffreie Form der Creme ist.

Wie schützt Melkfett die Haut?

Melkfett schützt und pflegt besonders eine sehr trockene Haut. Das kosmetisch aufbereitete Melkfett mit vielen zusätzlichen pflegenden Bestandteilen wie Calendula oder Sojaöl bildet dank seiner sehr fettigen Konsistenz einen isolierenden Film auf der Haut. Diese Schutzschicht bewahrt unser größtes Organ vor starken Temperaturschwankungen, indem sie eine Verdunstung der Hautfeuchtigkeit verhindert und so einem Wärmeverlust entgegenwirkt.  Die Fett-Barriere schützt die Haut aber auch vor „Angriffen“ von außen. Deshalb wird sie häufig in Krankenhäusern und Pflegeheimen angewendet, um die Patienten vor aggressiven Körperflüssigkeiten wie Urin oder Kot zu schützen. Sogar ein Dekubitus kann mit Hilfe einer ordentlichen Schicht Melkfett bei bettlägerigen Heimbewohnern verhindert werden.

Melkfett als Haarpomade

Melkfett als Haarpomade
Melkfett festigt und pflegt die Haare und ist dazu auch noch sehr preiswert

Melkfett hat nicht nur einen praktischen Nutzen, zum Beispiel in der Landwirtschaft als Schutz der Milchtiere vor Entzündungen der Euter, sondern auch einen dekorativen. Das kosmetisch genutzte Melkfett hat natürlich nur noch entfernt etwas mit der Creme vom Bauernhof zu tun, welches größtenteils aus Paraffin bestand. Paraffin wurde durch Zufall von dem Wissenschaftler Karl von Reichenbach entdeckt, als dieser versuchte, die Inhaltsstoffe von Holzteer genauer zu untersuchen. Das neuartige Mittel wurde bald erfolgreich in der Milchwirtschaft eingesetzt, um die Milchstutzen von Kühen, Schafen und Ziegen vor Rötungen oder Ekzemen zu schützen, konnte aufgrund der enthaltenen Schadstoffe aber noch nicht für den Menschen genutzt werden.

Verwendung von Melkfett in der kosmetischen Industrie

Es gelang schließlich, das eher grobe Rohparaffin noch weiter zu raffinieren. Als Ergebnis erhielt man Vaseline, die zwar genau wie Paraffin aus Kohlenwasserstoffen besteht, aber in der reinen, weißen Form keine Schadstoffe mehr enthält und sich aufgrund des geringeren Schmelzgrades auch wesentlich leichter auf der Haut verteilen lässt. Zusatzstoffe wie Vitamin E, das die Zellbildung der Haut fördert, oder verschiedene Öle und Wachse, welche die Haut mit einer Extraportion Pflege versorgen, komplettieren das neue Melkfett. Die moderne Form des Melkfetts wird nun in verschiedener Form genutzt:

  1. als Creme für trockene Haut
  2. als Mittel, um Hornhaut zu entfernen
  3. als Schutzcreme vor Kälte
  4. als Wundschutzcreme  etc.

Melkfett als Pomade für das Haar

Besonders praktisch hat sich Melkfett auch als Haarpomade erwiesen. Das Stylen der Haare geht ganz einfach und die fertige Frisur glänzt verführerisch und wirkt sehr gepflegt. Das Ergebnis übersteht dann auch garantiert eine wilde Tanznacht.  Melkfett festigt und pflegt die Haare und ist dazu auch noch sehr preiswert. Vor dem Zubettgehen sollte man die Haare allerdings gründlich waschen, um sie durch die fettige Creme nicht unnötig zu strapazieren. Die Folge könnte sonst  –paradoxerweise–  ein Austrocknen der Keratinschicht sein, was dann zu Haarbruch führt.

Melkfett bei Reibungsverletzungen

Melkfett bei Reibungsverletzungen
Melkfett sorgt für eine optimale Regeneration von geschädigter Haut

Der hohe Fettgehalt von kosmetischem Melkfett bildet eine isolierende Schicht auf der Hautoberfläche, so dass der direkte Kontakt mit Haut reizenden Stoffen abgemildert oder sogar ganz vermieden wird. In Pflegeheimen und Krankenhäusern werden bettlägerige Patienten vorsorglich mit Melkfett eingerieben, um einem Dekubitus vorzubeugen. Bei dauerhafter Anwendung besteht allerdings die Gefahr einer Austrocknung und Entzündung der Haut, da Melkfett die Poren verstopft und infolge dessen zu Entzündungen führen kann.

Behandlung von Reibungsverletzungen mit Melkfett

Wenn es aufgrund eines ungenügenden Schutzes eines immobilen Patienten zu einer Reibungsverletzung am Körper gekommen ist, kann die Behandlung mit Melkfett zu einem raschen Abklingen der Symptome führen. Die pflegenden Eigenschaften der enthaltenen Öle und Fette und die zellerneuernde Wirkung von Vitamin E sorgen für eine optimale Regeneration der geschädigten Haut.

Melkfett ist ein sehr gutes Mittel, um durch Reibung geschädigte Haut zu regenerieren und gesunde Haut vor Reibungsverletzungen zu bewahren. Die Creme lässt sich sehr leicht auf der Haut verteilen und bildet einen isolierenden Film, der gleichzeitig genügend Pflegestoffe enthält, um die Haut optimal mit hautschützenden Substanzen zu versorgen. Melkfett muss jedoch nach ein paar Stunden, spätestens aber vor dem Schlafen, wieder von der Haut entfernt werden. Nur so können teils schwere Hautirritationen vermieden werden.

Melkfett bei Hornhaut

Melkfett bei Hornhaut
Melkfett verhilft, bei regelmäßiger Anwendung, zu weichen und gepflegten Füßen

Melkfett pflegt trockene und raue Haut und sorgt somit für ein gepflegtes Erscheinungsbild – die Haut ist nach der Behandlung mit der Creme gut durchfeuchtet und streichelzart. Als besonders wirksam hat sich der Einsatz von Melkfett zur Entfernung von hartnäckiger Hornhaut gezeigt.

Gründe für die Entstehung von Hornhaut

Mit dem Begriff „Hornhaut“ bezeichnet man eine Ansammlung von Hautzellen, die als zusätzlicher Schutz bei einer starken Beanspruchung der Füße fungieren sollen. Diese zusätzliche Haut ist zwar nützlich, aber nicht schön. Hornhaut oder Schrunden entstehen meist durch das Tragen zu enger Schuhe und permanentes Stehen oder Herumlaufen. Hornhaut ist aber nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern kann auch auf eine orthopädische Indikation hinweisen.  Eine häufige, medizinische Ursache für Hornhaut ist eine Veränderung des Fußes: Der Mittelfußknochen hat sich gesenkt, wodurch die Fußknochen aus ihrer ursprünglichen Position gedrängt werden – der so genannte „Plattfuß“ (Senk- und Spreizfuß) ist entstanden. Diese neue Fußstellung ist geradezu prädestiniert für eine Anhäufung von zusätzlichen Hautzellen.

Behandlung von Hornhaut

  • Das wohl bekannteste Mittel, um Hornhaut zu entfernen, ist der Bimsstein. Er wird auf trockener Haut angewendet und wirkt wie feines Schmirgelpapier. Leider funktioniert diese Methode nur bei einer leichten Verhornung der Haut.
  • Für stärkere Hornhaut werden Klingen oder Hobel angeboten, die aber mit Vorsicht zu genießen sind, denn sie können die Haut sehr leicht verletzen – was nicht nur eine schmerzhafte Wunde zur Folge hat, sondern auch eine vermehrte Zellproduktion auslöst. Besonders Diabetiker oder Menschen mit Durchblutungsstörungen sollten diese Methoden nicht anwenden; eine professionelle medizinische Fußpflege wäre hier angeraten.
  • Eine weitere – sehr effektive – Methode ist die Verwendung von Melkfett.

Melkfett zur Entfernung von Hornhaut

Melkfett ist eine sehr fettreiche Creme auf Paraffinbasis. Sie bildet nach dem Auftragen auf der Hornhaut eine isolierende Schicht, so dass keine Feuchtigkeit mehr aus der Haut entweichen kann. Diese quillt infolge dessen auf und die verhornte Schicht lässt sich nun mühelos entfernen. Ein regelmäßiges Eincremen der Fußsohlen mit Melkfett kann die Neubildung von Hornhaut verhindern und sorgt für eine zarte und gepflegte Haut auch an den Füßen.

Hinweis:
melkfett.info

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